Crowdsourcing
Crowdsourcing bezeichnet das Auslagern von Aufgaben an eine Internet-Community.Begriff:
Der Begriff Crowdsourcing wurde im Jahre 2006 von Jeff Howe und Mark Robinson geprägt, die dieses Wortkonstrukt mit der Veröffentlichung ihres Artikels „The Rise of Crowdsourcing“ im Technologie-Magazin „Wired“ zum ersten Mal erwähnten. Crowdsourcing ist ein Kunstwort, das sich aus den Worten Crowd (engl.: Masse, Gruppe) und „Outsourcing“ (engl.: Auslagerung) zusammensetzt.
Umsetzung
Ein Unternehmen oder eine Institution vergibt eine Aufgabe, die üblicherweise durch die eigenen Mitarbeiter erledigt wird, mit Hilfe eines offenen Aufrufs an eine Internet-Gemeinschaft. Die Internetuser entscheiden dann selbst, ob sie an dem Projekt mitwirken möchten oder nicht. Bei der Aufgabe kann es sich sowohl um die Entwicklung neuer Ideen handeln (z.B. einen neuen Hamburger für ein bekanntes Fastfood-Restaurant kreieren oder sich einen Werbe-Slogan ausdenken), als auch um die konkrete Durchführung von bestimmten Projekten (z.B. ein Video drehen oder ein Produkt designen). Der Anreiz, sich an einer Crowdsourcing-Aktion zu beteiligem, ist häufig der Ruhm und die Ehre namentlich auf der entsprechenden Webseite erwähnt zu werden (wie beispielsweise bei Wikipedia-Autoren). Aber auch Prämien und Gewinne sind inzwischen übliche Anreize, die Initiatoren von Crowdsourcing Projekten einsetzen, um möglichst viele Webuser zur Teilnahme an ihrem Crowdsourcing-Projekt zu animieren.
Erfolgsfaktoren
Da Crowdsourcing auf der freiwilligen Teilnahme von Internetnutzern beruht, gilt es für die Initiatoren drei wichtige Regeln zu beachten, um das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen:
Eine faire Vereinbarung zwischen Initiator und Community
Ein respektvoller, freundlicher Umgang mit den Usern
Der Community zuhören, auch wenn kritische Worte fallen
Der Community einen Anreiz schaffen am Projekt teilzunehmen
Vorteile:
Crowdsourcing bietet Firmen und anderen Instutitionen eine Vielzahl an Vorteilen:
Die Weisheit der Vielen: Gruppen fällen bei dem gemeinsamen Bearbeiten einer Frage oder eines Problems eine Gruppenentscheidung, die in der Regel besser ist als die Lösungsansätze einzelner Teilnehmer.
Crowdfunding: Finanzierung von Projekten oder Geschäftsideen mit dem Kapital von Internetnutzern.
Datengewinnung per mobilem Crowdsourcing: Auf Haiti wurden die Menschen 2010 beispielsweise dazu aufgefordert, per SMS, Anruf oder E-Mail ihren Standpunkt und die aktuelle Lage vor Ort mitzuteilen. Somit konnten die wahren Ausmaße der Zerstörung, die das Erdbeben ausgelöst hatte, wesentlich schneller und genauer erfasst werden als dies von offizieller Hand möglich gewesen wäre.
Weblinks:
Claudia Hilker
The Rise of Crowdsourcing, Wired Magazine
Crowdsourcing Grundllagen
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